Huferkrankung

Hintergründe und Vorsorge

 
 
Huferkrankung

Parallel zu den "oben" gelagerten Atemwegserkrankungen wirkt sich das aggressive Ammoniak auch im Hufbereich unheilsbringend aus. Das gasförmige Ammoniak, das sich aus dem Pferdeharn durch natürlich-biologischen Abbau bildet, verbindet sich am Boden mit Wasser zu Salmiak. Diese ebenfalls stark ätzende Flüssigkeit greift den Pferdefuss vehement an!

Das Auftreten vieler Hufkrankheiten wie Strahlfäule, Hufabszess bis hin zum Hufkrebs wird durch den ständigen Kontakt des Pferdefusses mit dem aggressiven Salmiak begünstigt!

Die verätzten Oberflächen im Hufbereich leisten gegenüber potentiellen Eindringlingen wie Keimen, Sporen und Bakterien weniger Widerstand als unverletzte, gesunde Oberflächen. So können sich beispielsweiseEitererreger durch das von Ammoniak geschwächte Horn viel leichter an die Lederhaut des Hufes drängen, wo der Organismus zur Abwehr der Erreger mit einer Eiterproduktion reagiert. Dadurch kommt es zu einer punktuellen Erhöhung des Binnendrucks unter der Hornkapsel, die sich letztlich in einer hochgradigen Lahmheit äußert.                                          

 

Hier muss der Einstreu in der Pferdebox eine entscheidende Bedeutung beigemessen werden. Sie sollte die vom Pferd stammende Feuchtigkeit nicht nur vollständig aufnehmen, sondern sie auch irreversibel speichern. Falls sie darüber hinaus auch die Bildung von Ammoniak in ihrem Innern unterbinden kann, hat sie bereits die besten Voraussetzungen zu einer für die Pferdegesundheit wirklich guten Einstreu.


Stroh – die konservative Einstreu

Das als Einstreu am häufigsten eingesetzte Stroh verhält sich gegenüber Flüssigkeiten wie ein Schwamm:

In trockenem Zustand kann Stroh Flüssigkeit in großer Menge in sich aufnehmen. Falls nasses Stroh nicht aus dem Stall entfernt wird, entsteht durch den natürlichen Abbau des Harns Ammoniak, das sich in dem im Stroh gespeicherten und ebenfalls aus dem Pferdeharn stammenden Wasser zu Salmiak löst.

Unter der Druckbelastung des Pferdehufes fließen Harn und Salmiak teilweise wieder aus dem Stroh, das Pferd steht folglich in einem «Sumpf» aus Stroh, Wasser, Harn und Salmiak.

Da aus dem Harn immer weiteres Ammoniak entsteht, nimmt dessen Konzentration in der das Pferd umgebenden Atmosphäre ständig zu. Sowohl für Pferd und Mensch entsteht ein sehr unangenehmes Raumklima, mit den eingangs erwähnten Konsequenzen.

Erschwerend kommt bei Stroh als reinem Naturprodukt hinzu, dass mit ihm fast unvermeidlich Keime und Sporen von Schimmelpilzen in die Pferdebox eingeschleust werden. Diese können ihr zerstörerisches Werk an den durch Ammoniak und Salmiak stark geschwächten Organen des Pferdes umso leichter vollbringen.


Alternative Einstreu-Arten

Der Anteil alternativer Einstreu-Arten hat deshalb aus leicht nachvollziehbaren Gründen in den letzten Jahren enorm zugenommen. Hier ist es vom Aufkommen her in allererster Linie der Hobelspan, und ferner "Exoten" wie Leinenstreu, Hanfstreu, Rapsstreu, usw. Während die letzteren aufgrund relativ hoher Preise bisher nur auf einen eher bescheidenen Verbreitungsgrad gekommen sind, hat sich der Hobelspan mit einem Marktanteil von ca. 20 % einen festen Platz hinter dem Stroh erobert.


Die Vorteile von Hobelspänen

Als Vorteile des Hobelspans in seiner Verwendung als Pferde-Einstreu gelten sein hoher Trockenheitsgrad und das der Holzfaser eigene ausgesprochen hervorragende Wasserrückhaltevermögen.

Einmal aufgenommene Flüssigkeit wird auch unter der durch den Pferdehuf ausgeübten Druckbelastung nicht mehr abgegeben. Der Untergrund bleibt bis zum Erreichen der Kapazitätsgrenze der Holzfasern trocken. Im Innern der Späne, in den sogenannten Kapillaren, ist das Wasser nahezu irreversibel eingebunden.

Aufgrund des leicht sauren Charakters der Holzfaser wird die Freisetzung von Ammoniak aus dem Harnabbau durch Neutralisation quasi «chemisch» verhindert. Bei einigermaßen regelmäßiger Stallpflege kann die gefürchtete Dämpfigkeit dadurch ausgeschlossen werden.

 
 

Die wichtigsten Regeln für eine gesunde Boxeneinstreu – so geht's:

 
 
  • Sorgen Sie für eine richtige Einstreu-Matratze in der Box. 

  • Täglich misten! Dabei nasse Stellen gänzlich entfernen! Pferdeäpfel aussieben/entfernen und genügend saubere Streu nachfüllen. Somit wird der Ammoniakgehalt in der Box reduziert.

  • Achten Sie auf gut saugfähiges Einstreu!  » Siehe TierWohl-Einstreu

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